Stark für Kinder

Wofür wir stehen - und wofür nicht

Das Leitbild des Netzwerks „Stark für Kinder" beschreibt die verbindlichen Grundsätze, nach denen alle unsere Mitglieder arbeiten. Es ist die Grundlage für jedes Training, jedes Coaching und jede Beratung.

Die hier beschriebenen Qualitätsstandards und Schutzkonzepte gelten ausschließlich für AnbieterInnen, die das qualitätsgeprüfte Siegel tragen.

Wie wir
Kinder sehen

Jedes Kind ist ein eigenständiger Mensch mit einem einzigartigen Potenzial. Kein Kind ist „schwierig“, „faul“ oder „hoffnungslos“. Wenn ein Kind sich auffällig verhält, ist das keine Charaktereigenschaft, sondern eine Information: Dieses Kind braucht gerade Unterstützung.
Wir glauben daran, dass sich jeder Mensch entwickeln kann - ein Leben lang. Das menschliche Gehirn ist veränderbar. Neue Erfahrungen schaffen neue Möglichkeiten. Deshalb wird nicht an dem gearbeitet, was „falsch" ist, sondern an dem, was möglich ist.
Kinder brauchen dafür vor allem eines: Sicherheit. Ein Kind, das sich unsicher fühlt, kann nicht lernen. Deshalb schaffen unsere Mitglieder zuerst einen sicheren Rahmen - durch Beziehung, Klarheit und Verlässlichkeit. Erst dann beginnt die eigentliche Arbeit.
Stark für Kinder

Wie unsere Mitglieder arbeiten

Das bedeutet in der Praxis
Unsere Mitglieder sind professionelle BegleiterInnen, die Kinder und Familien dabei unterstützen, ihre eigene Stärke zu entdecken.

Erleben statt Erklären

Kinder lernen nicht durch Vorträge. Sie lernen, indem sie etwas erleben, ausprobieren und selbst erfahren. Die Trainings sind deshalb voller Bewegung, Übungen und praktischer Erfahrungen - nicht voller Theorie.

Beziehung statt Programm

Kein Kind ist wie das andere. Deshalb wird die Arbeit an das Kind angepasst - nicht umgekehrt. Die Beziehung zum Kind steht immer über dem Ablaufplan.

Stärken statt Defizite

Es wird nicht nach dem gesucht, was fehlt. Es wird nach dem gesucht, was da ist - und darauf aufgebaut. Jedes Kind hat Stärken. Die Aufgabe ist es, diese sichtbar zu machen.

Zukunft statt Vergangenheit

Die Frage ist nicht „Warum hast du das gemacht?", sondern „Was machen wir ab jetzt anders?" Dieser Blick nach vorne gibt Kindern Handlungsfähigkeit statt Schuldgefühle.

Klarheit statt Strafe

Grenzen sind wichtig. Aber Grenzen dienen dem Schutz, nicht der Bestrafung. Unsere Mitglieder setzen klare Grenzen - respektvoll, nachvollziehbar und ohne Beschämung.
Was wir nicht tun

Wovon wir uns klar abgrenzen

Genauso wichtig wie das, wofür wir stehen, ist das, wofür wir nicht stehen. In unserem Netzwerk gibt es klare Grenzen:

Keine Angstpädagogik

Es wird nicht mit Drohungen, Einschüchterung oder Druckaufbau gearbeitet. Angst ist kein Lernmotor - sie ist ein Lernblocker.

Keine Beschämung

Kein Kind wird vor der Gruppe bloßgestellt, ausgelacht oder herabgesetzt.
Die Würde jedes Kindes ist unantastbar.

Keine Etiketten

Es wird nicht von „schwierigen Kindern" oder „Problemkindern" gesprochen. Jedes Verhalten hat einen Grund. Die Aufgabe ist es, diesen Grund zu verstehen - nicht, das Kind abzustempeln.

Keine Diagnosen und Heilversprechen

Unsere Mitglieder sind keine TherapeutInnen. Sie stellen keine Diagnosen und versprechen keine Heilung. Sie stärken Kinder in dem, was sie können - und wissen, wo ihre professionellen Grenzen liegen.
Stark für Kinder

Was Kinder bei uns lernen

Unsere Arbeit stärkt Kinder in drei Bereichen, die zusammengehören:
Bereich 01

Innere Stärke

Gefühle wahrnehmen und damit umgehen. Impulse steuern. Mut entwickeln. Sich selbst vertrauen.
Bereich 02

Soziale Kompetenz

Sich in andere hineinversetzen. Konflikte lösen, ohne zu verletzen.
Zusammenarbeiten. Dazugehören.
Bereich 03

Handlungsfähigkeit

Entscheidungen treffen. Verantwortung übernehmen. Lösungen finden. Die eigene Zukunft gestalten.
Diese drei Bereiche bedingen sich gegenseitig. Ein Kind, das seine Gefühle regulieren kann, kann besser mit anderen umgehen. Ein Kind, das sich zugehörig fühlt, traut sich mehr zu. Ein Kind, das handlungsfähig ist, erlebt sich als wirksam.